Sonnenblumenschule, Tag 6


Unsere Zeltschule-Kinder freuen sich immer unglaublich über Nachrichten, Botschaften oder kleine Geschenke der Kinder aus deutschen Partnerschulen. Für die Sonnenblumenschule haben z.B. vor allem Kinder der Klenzeschule die Rucksäcke bemalt und mit Fotos versehen und den schönen Wandbehang gemacht. Kinder der Tumblingerschule haben Armbänder geflochten, die in jedem Rucksack lagen. Kinder der Grundschule in Türkheim und des Stielerstraßen Förderzentrums haben T-Shirts bemalt.

Dieser direkte Austausch bedeutet unseren Zeltschulekindern sehr viel, da sie sich oft sehr isoliert fühlen. Deswegen ist es ihnen auch wichtig, selbst ebenfalls Dinge anfertigen und mit nach Deutschland geben zu können. Vor wenigen Wochen haben wir z.B. in einem Pausenverkauf in der Tumblingerschule bemalte Taschen der Zeltschulekinder verkauft, die Tumblingerkinder haben sich sehr gefreut und das eingenommene Geld fließt direkt zurück in die Zeltschulen.

Jetzt haben die Tigerkinder wunderschöne Osterkörbchen geflochten und Oster-Anhänger bemalt und freuen sich schon darauf, dass auch ihre kleinen Kunstwerke bei einem Osterbazar in einer Partnerschule angeboten werden.

Die künstlerisch begabten Tigerkinder haben auch Namensschilder für Yehya, Ranim und mich gemacht. Tja, sehr schade für die beiden, dass meines mit Abstand das schönste Schild geworden ist.  ???? Sollten wir je einen Sponsor für das schon lange dringend benötigte Zeltschule-Büro finden, dann kommt dieses Schild an meine Bürotür.

Doch nicht nur die Bastelsachen der Kinder werden unsere Koffer auf der Rückreise füllen, auch die wunderschönen Handarbeiten der Frauen aus unseren Camps. Unser langjähriger Unterstützer, die Findelkind Sozialstiftung, sponsert seit letztem Herbst Handarbeits-Workshops für die Frauen, um ihnen zu ermöglichen, nach dem Krieg zur Versorgung ihrer Familie beitragen zu können oder sie sogar allein versorgen zu können, da viele Kriegswitwen sind. Workshop-Leiterin Lama hat mir heute einen Riesensack voller wunderschöner Schätze übergeben: nagelneue, unter unserem Label angefertigte Zeltschule-Teddybären (an- und ausziehbar, waschbar, jeder ein Unikat) und der ebenfalls brandneue Zeltschule-Octopus.

Premiere hat beides auf unserem Infoabend in der Tumblingerschule am 19.03.2019 um 19 Uhr, bei dem wir viel über die aktuelle Situation vor Ort berichten werden und bei dem es auch leckeres syrisches Essen aus unserem Kochbuch zu probieren gibt. Ich würde mich sehr freuen, euch dort zu treffen!

Für alle Nicht-Münchner gibt es unsere neuen Produkte bald auch hier im Online-Shop.

Noch etwas anderes, außer 80 wunderschönen Teddybären, hat uns heute große Freude gemacht: ein feuerroter Schulbus! In unseren Zeltschulen ist die allgemein in Syrien und dem Libanon gültige Schulpflicht von 5 bis 14 Jahren abgedeckt. In einigen (viel zu wenigen) libanesischen Schulen haben syrische Kinder (nachmittags, wenn der Unterricht der libanesischen Kinder beendet ist) die Möglichkeit, nach dem 14. Lebensjahr auf weiterführende Schulen zu gehen. Die Schulmaterialien sind für die allermeisten Geflüchteten unerschwinglich, die Schule ist zu weit vom Camp weg, als dass das Kind hinlaufen könnte oder die Eltern sehen es schlicht als zu gefährlich an.  Nur eine verschwindend geringe Zahl an syrischen Kindern kann daher weiterführende Schulen besuchen um später studieren zu können. Mit der Hilfe des Schultaschenherstellers HAMA besuchen mittlerweile 110 unserer ehemaligen Zeltschule-Kinder so eine weiterführende Schule – natürlich auch ausgestattet mit einem professionellen Rucksack (ebenfalls eine Spende von Hama). Mit 3 von ihnen habe ich heute Interviews geführt um sie euch näher vorzustellen.

Abdel Hadi (hier in der Mitte) ist Yehyas 14jähriger Sohn. Er besucht die libanesische Schule seit 5 Monaten. Am Anfang sei es schwierig gewesen, räumt er ein. Die Lehrer haben wenig Geduld, ihnen gefällt nicht, dass sie nachmittags nicht mehr frei haben, sondern Syrer unterrichten sollen. Aber er wolle nicht jammern, fügt er sofort hinzu, er weiß, wie lang die Wartelisten dieser Schulen sind und was für ein großes Glück er hatte.

„Aber es ist nicht nur Glück, du musstest einen Test machen, oder?“ frage ich ihn. Er nickt. Alle syrischen Kinder müssen an libanesischen Schulen einen Aufnahmetest bestehen, selbst wenn sie Zeugnisse etc. vorweisen können. Bei weitem nicht alle Kinder mit bestandenem Test werden aufgenommen, aber alle, die ihn nicht bestehen, werden abgelehnt. In seiner Klasse sind 37 andere Kinder und er ist sehr froh, dass 11 davon aus dem Giraffencamp sind.

„Sie fordern besondere, ganz bestimmte Schulmaterialien. Man kann nicht einfach nur auf Papier schreiben, so wie in den Zeltschulen, es muss ein bestimmtes Heft und ein bestimmter Stift sein. Das ist alles sehr teuer.“ Ungefähr 30 Dollar pro Monat kostet es, ein syrisches Kind auf eine weiterführende Schule zu schicken. In Deutschland zahlen wir für den Sportverein oft mehr, hier ist es ein Vermögen.  Für Abdel Hadi ist es eine Verpflichtung für die Zukunft: dass so viel Geld in seine Ausbildung investiert wird, treibt ihn noch mehr an, etwas aus seinem Leben zu machen. Arzt will er werden, erzählt er mir, und mit einem Krankenwagen von Camp zu Camp fahren und alle Kranken in den Camps behandeln. Auch Yehya und seine Frau Em Abdu und Ranim sind beim Interview in Yehyas Zelt dabei. Ich warte, dass irgendjemand lacht und Abdel Hadi sagt, dass er noch 5 Jahre Schule und dann 8 Jahre Studium vor sich hat und es bis dahin sicher keine Camps mehr im Libanon geben wird, aber alle schweigen.

Bary ist ein ganz besonderes Mädchen, sie ist nämlich erst 12 und war bis vor kurzem in unserer Giraffenschule. Yehya hielt sie für so begabt, dass wir sie beim Test für die weiterführende Schule angemeldet haben, den sie mit fliegenden Fahnen bestand. Nun ist sie hin- und hergerissen zwischen Stolz und Einsamkeit, Freude und Angst. Sie hat 4 ältere Geschwister, die alle auf den Feldern arbeiten und nicht weiter zur Schule gehen können. Es ist ein Privileg, lernen zu dürfen, das weiß sie. Aber sie bezahlt einen hohen Preis, das weiß sie auch. Umgeben von lauter fremden Menschen ist es in der Fremde noch fremder. Im Camp kannte sie jeden, an der neuen Schule wird sie ständig von den Eltern gewarnt, auf sich aufzupassen, nie allein irgendwo stehen zu bleiben, den Lehrern nicht zu vertrauen, sich einerseits nichts gefallen zu lassen, andererseits aber auf keinen Fall aufzufallen. Eine sehr schwierige Situation. Bei den Hausaufgaben kann ihr niemand helfen, ihr Vater ging 6 Jahre zur Schule, ihre Mutter lernt gerade in unserem Alphabetisierungskurs Lesen und Schreiben. Der Wissenschaftsunterricht wird auf Englisch gehalten, sie versteht zwar alles, hat aber noch Hemmungen, Englisch zu sprechen, deswegen wird sie oft gehänselt und „die Stumme“ genannt. Aber auch Bary  betont schnell, dass sie nicht jammern will, denn sie kennt die Alternativen: Feldarbeit oder (schlimmer noch) so früh zu heiraten wie ihre Schwester, die 17 ist und 2 Kinder hat.

Mahmoud ist 14 und war ebenfalls bis vor kurzem bei den Giraffen. Er ist ein sehr intelligenter Junge aber seine Eltern fanden die Idee einer weiterführenden Schule alles andere als erstrebenswert. Yehya hat viel Überzeugungsarbeit bei Mahmouds Vater geleistet. Zu Anfang war es so dass die Kinder im Alphabet Auto in 8er-Gruppen zur Schule gefahren und am Abend wieder abgeholt wurden. Mahmouds Vater ist immer mitgefahren und hat den ganzen Nachmittag vor der Schule gewartet, das war Mahmoud ganz schön peinlich. Aber die Angst des Vaters, Mahmoud könnte auf dem Rückweg einmal alleine zurückbleiben, nicht mehr ins Auto passen o.ä. war zu groß. Mahmoud kann diese Angst nicht nachvollziehen. Er mag die Schule und findet auch die Lehrer nett, er hat Freunde dort. Und besonders toll findet er den neuen Bus. Mit 110 Kindern ist es natürlich unmöglich, sie weiter im Alphabet-Auto zur Schule zu fahren. Deswegen haben wir nun seit letzter Woche einen privaten Bus für die großen Schulkinder unserer Camps gemietet, der mittags alle unsere Camps anfährt, die Kinder abholt, und am Abend in einer großen Runde wieder nach Hause bringt. Wie wunderbar normal! Fast wie zuhause, sagt auch Mahmoud. Der Vater kommt nicht mehr mit zur Schule, aber Yehya erzählt mir lachend, dass er jeden Tag den ganzen Nachmittag im Camp auf und ab läuft, bis Mahmoud wieder zurück ist.  „Die Schule ist Segen und Fluch zugleich“, sagt er mir später, als ich Mahmoud nach Hause in sein Zelt begleite und mit seinem Vater spreche. „Sie wird Mahmoud forttreiben, früher oder später, er wird seine Bildung nehmen und nicht mehr nach Hause kommen, und das macht mir Angst, aber es ist auch gut. Denn hier ist kein Ort zum Leben.“

Ein Schulplatz für ein Kind kostet ca. 26€ im Monat. Wenn Sie bei der Spende als Verwendungszweck „SCHULBUS“ angeben, fließt sie direkt in unseren Fonds für die großen Kinder, die unbedingt weiterführende Schulen besuchen sollten. Vielen Dank!

8. März 2019 Jacqueline

Sonnenblumenschule, Tag 5


Heute Nacht hatte ich wieder eine Idee. Ja, ich weiß, da schrillen die Alarmglocken, aber diesmal war es eine bessere als gestern mit dem Netz: es würde doch sicher toll aussehen, wenn wir die Holztische und Holzbänke in der neuen Schule bunt streichen würden!

Lehrer und Schüler der Sonnenblumenschule sind mittlerweile schon einiges von mir gewohnt und reagieren gelassen, als wir die Acrylfarbe aus dem Kofferraum holen.
Wir sind um 7.45 Uhr in Beqaa (Schulbeginn ist um 8 Uhr), aber vor der Tür stehen schon gute 100 Kinder. Sie helfen beim Reintragen der Farbeimer und hören sich geduldig meinen Vortrag darüber an, dass ich auch am liebsten gleich loslegen würde, dass es aber wirklich besser ist, wenn ich das mit den Lehrern am Abend mache, weil die Tische dann über Nacht in Ruhe austrocknen können. Wir wechseln einen bedeutungsvollen Blick und dann machen wir die Farbeimer auf und fangen an zu malen. Man kann schließlich nicht immer vernünftig sein.

Alle Kinder sammeln sich in dem Zimmer, in dem gerade  NICHT gestrichen wird und wir verteilen die Schulrucksäcke. Einige hält es schon beim Öffnen des Koffers nicht mehr auf den Sitzen und wir haben 15 chaotische Minuten, aber dann hält jedes Kind einen der wunderschönen, von Fritzis Familie und Freunden gestalteten Schulrucksäcke in der Hand. Die Freude ist groß, denn erst mit Rucksack, Stiften, Spitzer, Radiergummi….. ist man ein richtiges Schulkind. Außerdem sind die bemalten Rucksäcke auch gleichzeitig unser Schulausweis: da es die natürlich nirgends zu kaufen gibt, können wir so immer die Kinder, die wirklich in unsere Schulen gehören, sofort identifizieren. Gerade beim Lebensmittelverteilen o.ä. kommen nämlich auch oft Kinder aus Nachbarcamps und stellen sich mit an.

Der nächste Nachbar der Sonnenblumen sind die Phoenixe. Die beiden Camps werden nur durch eine (momentan unter Wasser stehende) Schotterstraße getrennt. Die Phoenixschule liegt aber rund einen Meter tiefer als die Sonnenblumenschule und leider ist das ein Meter, der zählt: bei den Phoenixen steht wieder ein Klassenzimmer unter Wasser.

Lehrerin Reem hat alle Bänke in das trockene Zimmer geräumt und (enger bestuhlt) finden so nun 2 Gruppen gerade noch Platz, es muss also kein Kind auf den Unterricht verzichten. Noch ist das Wetter leider sehr instabil. Im Arabischen gibt es ein Sprachbild dafür, dass es regnet noch während die Sonne scheint, übersetzt heißt es, dass Katzen und Mäuse heiraten – diesbezüglich haben wir in den letzten Tagen viele Hochzeiten erlebt! Auch heute hat der Regen selbst dann nicht aufgehört, wenn die Sonne sich kurz durch die Wolken gedrängt hat, und morgens hatten wir sogar Hagel.

Zum Trost bekommen die Phoenixkinder ein paar Süßigkeiten und die restlichen bemalten T-Shirts, worüber sie sich sehr freuen.

Unsere Gummistiefel haben mittlerweile aufgegeben und sind nicht nur furchtbar schmutzig, sie sind auch nicht mehr dicht.

Ranim, Lilith, Linus und ich freuen uns daher sehr, als wir am Nachmittag unsere Füße am Ofen in Yehyas Zelt trocknen können, auch wenn der Grund, der uns zu Yehya führt, nicht erfreulich ist: Bürokram. Yehya und ich hassen es beide aus tiefstem Herzen, aber es muss gemacht werden: die Namenslisten für die neue Schule müssen komplett sein, Anwesenheitslisten müssen vorbereitet werden damit sie täglich geführt werden können, die Stundenpläne müssen festgelegt werden, damit sie in den Klassen ausgehängt werden können, Schulakten werden angelegt…….  Horror, aber wenigstens sind meine Füße warm und Yehyas Frau, Em Abdu, kocht und wir haben endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, endlich einmal wieder Zeit, um mit Yehyas Familie gemeinsam zu essen, etwas das wir beim ersten Schulbau täglich getan haben und für das bei der wachsenden Zahl der Schulen immer seltener Zeit bleibt.

Wir freuen uns schon darauf, was der morgige Tag alles bringt und hoffen auf besseres Wetter!

7. März 2019 Jacqueline

Sonnenblumenschule, Tag 4


Heute war ein toller Tag! Und er gehörte natürlich ganz den Sonnenblumenkindern. Zum ersten Mal seit langem schien bereits morgens die Sonne (vielen Dank, Fritzi!) und unsere Eröffnungsparty fand bei wolkenlosem Himmel statt.

Leider kam mir in der Nacht die Idee, ein Netz an die Decke der Schule zu hängen, in dem man dann immer wieder neu dekorieren könnte und an dem wir heute Luftballons etc befestigen könnten. Und wie das so ist mit nächtlichen Ideen: man bildet sich ein, sie seien grandios und hält an ihnen fest. Also führte unser erster Weg heute in eines von Libanons vielen „Jagdgeschäften“, die unter dem Vorwand des Jagdsports schwere Waffen an jedermann verkaufen. Der Verkäufer erklärt mir, es sei verboten, Netze zu verkaufen, bietet mir aber stattdessen an, mir auf einem 4m langen Regal mit Maschinengewehren etwas auszusuchen. Auf meine Nachfrage erklärt er mir, Netze zu verkaufen sei aus Vogelschutzgründen im Libanon verboten. Gegen ein M60 scheint dagegen nichts zu sprechen, denn er bietet mir noch einmal an, es auszuprobieren, auch als ich ihm sage, dass ich gar keine libanesische Staatsbürgerschaft habe, sondern nur mit Touristenvisum im Land bin.

Unsere Rettung ist wie so oft der „1000 LBP Shop“ (das Pendant zu unseren 1€ Shops), dort finde ich Netze als Meterware und nehme 20m mit.

Gemeinsam mit den Kindern haben wir dann in der Sonnenblumenschule noch ein paar letzte Verschönerungen vorgenommen und über deren Bedeutung gesprochen: den Wandbehang, den Fritzis Freunde in München gemalt haben; das Schulschild, auf dem ihr Foto ist, auf dem sie einen großen Strauß Sonnenblumen hält, ein Plakat mit einer Botschaft an Fritzi (eine Idee, auf die mich Eltern aus dem Camp gebracht haben, denen das ein Anliegen war).

Die Netzidee, die uns schon beim Einkauf eine Stunde gekostet hat, entpuppt sich als suboptimal, wir verheddern uns alle total darin und es dauert ewig, bis das Netz da hängt, wo ich es haben wollte, und wir verlieren eine weitere Stunde, aber wenn die Kinder denken, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe, dann verstecken sie es gut und spielen geduldig mit. ????

Die Kinder der Grundschule in Türkheim und die Kinder des Stielerstraßen Förderzentrums haben T-Shirts für die Sonnenblumenkinder bemalt und die werden dringender gebraucht als je zuvor, denn bei dem vielen Matsch überall sind selbst unsere Sachen nie länger als zwei Stunden sauber. Die Kinder ziehen sie stolz sofort an.

Die Lebensmittellieferungen erfolgen in unseren Camps normalerweise nicht über die Schule, sondern werden einmal wöchentlich (in Familienrationen verpackt) beim Camp vorbeigefahren. Am ersten Schultag ist es uns aber wichtig, den Kindern selbst ein paar Kleinigkeiten zu geben, um ihnen noch einmal zu verdeutlichen, dass die Familie nicht die Existenzgrundlage verliert, wenn sie zur Schule (statt aufs Feld) gehen, dass wir wirklich für sie sorgen. Heute gab es Käse, Multivitaminsaft und (große Freude!) die libanesische Version von Nutella!

Die Kinder sind ungeduldig, drängeln, schreien, selbst als ich die restlichen Luftballons verteile, wird geschubst, aber auch das kennen wir bereits: bei der Eröffnung neuer Schulen fehlt den Kindern noch der Mut zu vertrauen: ist wirklich genug für alle da? Wird es das, was es heute gibt, nächste Woche wieder geben? In wenigen Monaten wird das Verteilen schon ganz anders aussehen.

Weil alles schon so aufregend war, beschließen wir, die Rucksäcke erst morgen, am ersten Schultag zu verteilen, doch auch als wir die Musik ausmachen und ihnen sagen, dass die Party vorbei ist und wir sie morgen für den ersten Unterrichtstag wiedersehen, fällt es den meisten sehr schwer, sich zu lösen. Sie bleiben, sehen sich um, stellen Fragen, möchten eigentlich schon gleich mit dem Unterricht anfangen.

Vor ein paar Wochen durfte ich einen Vortrag am Pestalozzi-Gymnasium in München halten und wurde im Nachgang von 2 sehr netten Schülerinnen für die Schülerzeitung interviewt. Über die Zeltschule spreche ich oft und gern, aber bei persönlichen Fragen fühle ich mich oft nicht so wohl, deswegen hat es mich selbst sehr überrascht, dass ich auf die Frage, was ich persönlich jungen Menschen wie den beiden Jungjournalistinnen mit auf den Weg geben würde, ganz spontan eine Antwort hatte: Ich würde ihnen gerne mitgeben, sich niemals die Chance entgehen zu lassen, das Leben anderer positiv zu beeinflussen. Die Fähigkeit, die Möglichkeit dazu zu haben, ist ein großes Privileg, das (auch wenn große Verantwortung damit einhergeht) nie als Belastung, sondern immer als Geschenk angesehen werden sollte.

Heute wurde das Leben von 240 Kindern für immer zum Positiven verändert, weil Fritzis Eltern,  Familie und Freunde und viele Spender sich genau diese Möglichkeit nicht nehmen ließen. Was für ein Geschenk!

Vielen Dank, Fritzi, für deine Inspiration, deine Energie über den Tod hinaus, die tiefen Spuren, die du in unserem Sonnenblumen-Camp hinterlässt. Ich hoffe sehr, wir konnten dich heute stolz machen und ich bin sicher, du warst heute bei uns.

6. März 2019 Jacqueline

Sonnenblumenschule, Tag 3


Heute haben wir die letzten Arbeiten an der Sonnenblumenschule verrichtet: die Tische und Bänke abgeholt, zur Schule gefahren und aufgestellt, die Tafeln in den beiden Klassenzimmern aufgehängt, ein bisschen Sonnenblumen-Deko angebracht, lustige Eröffnungsparty-Artikel eingekauft… und in einer Regenpause war sogar Zeit für ein bisschen Graffiti mit unseren zukünftigen Schülern.
Wir sind bereit und freuen uns auf morgen.

Ein besonderer Tag war heute auch in unserer Igel-Zeltschule, deren Partner die Allgäuer Gemeinde Gestratz ist: Heute startete der Alphabetisierungskurs für Frauen dort und war auf Anhieb sehr gut besucht. Die ersten Tage im Alphabetisierungskurs sind für die Frauen immer schwer, diese Erfahrung haben wir auch schon in den anderen Zeltschulen, in denen wir das anbieten, gemacht.
Es dauert ein wenig, bis die Scham einem großen Wissensdurst weicht, bis man plötzlich die Schmach darüber, dass man nie lernen durfte, ablegt und sich freuen kann, dass man JETZT lernen kann. Hilal, unser Igel-Lehrer, hat den Frauen den Start sehr erleichtert und es war ein toller erster Tag.

Außerdem waren wir heute natürlich in unserer Bäckerei im Zebracamp und haben für morgen eine Extra-Ration Manakheesh bestellt für die Eröffnung morgen. Die Sonnenblumenkinder werden mit leckerem Zatar-Fladenbrot überrascht werden. Modern wie wir sind, ist unserer Bäckerei übrigens mittlerweile eine KiTa angeschlossen und 2 der Mamas, die in der Bäckerei arbeiten, bringen ihre Babys mit, die sehr gerne ihre Zeit am wärmsten Ort im Camp verbringen.

Auch bei den Löwen- und Krokodil-Kindern waren wir heute, haben Lebensmittel verteilt und uns angehört, wie sehr der Regen das Leben im Camp erschwert. Die Teppiche in den Schulen sind schmutzig und feucht und wir haben sie gestern in die Autowaschanlage zum Reinigen und Trocknen gebracht, von dort sind sie noch nicht zurück. Ohne Teppiche sind die Betonböden in der Schule eiskalt. In den Wohnzelten haben die Menschen dasselbe Problem, erschwert dadurch, dass auf dem Boden auch noch geschlafen werden muss. Sogar Linus greift in den Schulen immer wieder freiwillig zum Wischer, um den Matsch in den Klassenzimmern ein wenig einzudämmen.

Nie haben wir den viel zu heißen, viel zu trockenen, viel zu staubigen Sommer so herbeigesehnt wie dieses Jahr.

Vor ein paar Wochen, noch während Sturm Norma in der Beqaa-Ebene gewütet hat, habe ich ein Telefonat mit Yehya, unserem Giraffen-Lehrer geführt und ihn gefragt, wie die Situation in den Camps ist. Er hat mir geantwortet: „Sag du es mir, du hältst das Staubkorn!“  Erst 2 Tage später hat er mir erklärt, dass er sich damit auf das Buch „Horton hört ein Huh“ bezieht (das ich leider nicht kannte), das er (auf Arabisch) öfter den Giraffenkindern vorliest. Es geht dabei um einen Elefanten namens Horton, der glücklich mit seinen Freunden in seinem Teil des Dschungels lebt, bis eines Tages der Wind ein Staubkorn in seine Richtung trägt, von dem er Stimmen hört. Er fängt es und tatsächlich: das Staubkorn ist ein ganzes Universum, auf ihm leben die „Huhs“, mit deren Bürgermeister er sich unterhalten kann. Plötzlich sieht er seinen geliebten Dschungel mit anderen Augen: seine Heimat nimmt er plötzlich als lebensfeindliches Gebiet wahr, nirgendwo kann er das Staubkorn ablegen, überall lauern Gefahren. Also trägt er es, Tag und Nacht. Seine Freunde lachen ihn erst aus, dann machen sie sich Sorgen, dann halten sie ihn für verrückt, schließlich wenden sie sich einfach von ihm ab, weil er nicht mehr der Horton ist, den sie kannten, alles dreht sich plötzlich um dieses Staubkorn. Yehya hat mir erzählt, dass die Kinder in den Camps immer sagen, ich sei Horton, wenn er ihnen diese Geschichte vorliest und erschreckenderweise habe ich durchaus Parallelen erkannt, als ich mir später das Buch besorgt habe.

Leider macht es einem ein Staubkorn im Libanon besonders schwer, es zu beschützen, das Wetter, die immer weiter in die Ferne rückende Möglichkeit der Heimkehr, die Hoffnungslosigkeit der Situation für eine Generation Kinder, die in Zelten aufwachsen muss und nicht einmal dort willkommen ist…

Deswegen sind wir sehr dankbar, für jede Hilfe. Ihre Spenden machen unsere Arbeit möglich. Bitte geben Sie uns nicht auf, damit wir das Staubkorn weiterhin beschützen können! – Und morgen erweitern wir es sogar – um eine wunderbare neue Schule! Freuen Sie sich mit uns auf eine tolle Eröffnungsparty!

5. März 2019 Jacqueline

Sonnenblumenschule, Tag 2


Heute früh war als allererstes Stromausfall während wir im Hotel gerade im Aufzug auf dem Weg nach unten waren. Wir sind also definitiv wieder im Libanon!

Auch klimatisch war der Tag eine Berg- und Talfahrt. Er begann in Beirut bei strömendem Regen, beim Überqueren der Berge nach Beqaa schneite es, in Beqaa selbst standen dann alle Straßen unter Wasser, doch unsere Camps sind noch relativ trocken und heute Nachmittag gab es sogar ein paar Stunden Sonne, die wir sofort genutzt haben.

schneebedeckte Berge in Beqaa

Viele Felder und Straßen sind überflutet. Die Camps sind zum Glück noch trocken.

Unsere Sonnenblumenschule hat heute praktisch schon Richtfest und wir sind damit mehr als im Plan.

Unsere Eröffnung war eigentlich für Donnerstag geplant, aber wir werden sie auf Mittwoch vorziehen, weil die Campkinder sich wünschen, dass wir auch an den ersten Unterrichtstagen noch mit dabei sind, und diesen Wunsch erfülle ich sehr gerne, dann bleibt auch mehr Zeit, um euch die beiden Lehrer vorzustellen und euch Videos vom Schulalltag der Sonnenblumen zu zeigen. Am Mittwoch wird es zwar voraussichtlich noch ein wenig regnen, aber eine Eröffnung, bei der es nicht 45 Grad im Zelt hat, ist sicher auch mal ganz schön.  ????

Trotzdem habe ich persönlich bei diesem Schulbau ambivalente Gefühle. Eine Zeltschule nach fast genau 8 Jahren Krieg ist für mich nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Grund zur Trauer. Wie kann es nur sein, dass dieser Wahnsinn noch immer nicht beendet ist, dass der Rest der Welt immer noch keinen Regimewechsel in Syrien erzwungen hat, dass die syrischen Flüchtlinge immer noch nirgendwo ankommen können, sondern in dieser Zwischenwelt gefangen bleiben? Dass wir immer noch gebraucht werden?

Ein Schulbau heißt deswegen für mich nicht nur, dass jetzt 250 weitere Kinder die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bekommen, es ist auch das Eingeständnis, dass wir immer noch keine Möglichkeit sehen, dass die Geflüchteten in unseren Camps in absehbarer Zeit in ihre Heimat zurückkehren können.

Gott sei Dank sind diese Gedanken für die Sonnenblumenkinder kein Thema, sie sind schon sehr aufgeregt, hätten am liebsten heute schon Unterricht und beobachten gespannt jeden Nagel, der zum Befestigen der Planen eingeschlagen wird.

Heute wurden außerdem nur lösbare Probleme an mich herangetragen (meine Lieblingsart):

Mehtap hat keine Schuhe und da der (zwar nur ca. 60m lange) Schulweg durch den Matsch führt, braucht sie natürlich welche. Ich verspreche ihr, dass ich bis Mittwoch Schuhe für sie habe.  Die 250 Paar Gummistiefel, die ich am Eröffnungstag an alle Kinder verteilen möchte, habe ich bereits gekauft.

Esra hat Angst vor dem ersten Schultag, sie ist bereits 13 und war noch keinen Tag in ihrem Leben in der Schule, da sie schon mit 5 Jahren aus Syrien fliehen musste. Sie hat Angst, mit Gleichaltrigen nicht mithalten zu können und schämt sich, mit den ganz Kleinen in die Gruppe zu kommen. Ich sage ihr, dass viele Kinder in ihrem Alter noch nie in der Schule waren und dass sie sich nicht für etwas schämen muss, was nicht ihre Schuld ist. Wir sollten uns schämen, dass es Kinder gibt, die hier seit 8 Jahren auf eine Schule warten, denke ich, aber ich sage es nicht, will sie nicht noch weiter verwirren. Ich erkläre ihr, dass wir in den ersten Monaten in altersgemischten Gruppen allen Kindern zusammen das Alphabet beibringen und erst im Sommer Klassen bilden werden, das beruhigt sie sehr.

Dayyan ist 10 und macht sich Sorgen, was aus seiner Familie wird, wenn er zur Schule geht und nicht mehr auf den Feldern arbeitet. Er kann nicht glauben, dass wir seine Familie einfach so, ohne Gegenleistung, versorgen, dass wir ihnen das Essen einfach schenken. „Dass du zur Schule gehst, ist die Gegenleistung, das ist deine neue Arbeit“, erkläre ich ihm und er ist sehr zufrieden und stolz, dass er weiterhin seine Familie selbst versorgt und sie keine Almosen bekommen.

Natürlich haben wir heute auch die anderen Schulen besucht. Schon Wochen vorher wissen hier alle, wann wir wieder im Libanon sind und wären sehr beleidigt, wenn wir während unseres Aufenthaltes nicht jeden Tag jede Schule besuchten. Der Zebraschule haben wir heute etwas ganz Besonderes mitgebracht: ein wunderbares Konzert!  Im Dezember haben die Young Musicians Live, eine Gruppe musikalisch hochbegabter Kinder und Jugendlicher, ein Benefizkonzert zugunsten der Zeltschule gehalten. Das Geld fließt in Schulausstattungen für die nachrückenden Schüler in allen Zeltschulen. Aber wir wollten, dass die Kinder nicht „nur“ vom Geld, das die jungen MusikerInnen gesammelt haben, profitieren, sondern auch von der Musik selbst. Das war nur leider gar nicht so einfach, da unsere Zeltschulen technisch so gut ausgestattet sind wie Heidis Hütte in den Schweizer Bergen beim Almöhi. Die 40 Minuten, die es gedauert hat, bis wir Yehyas Laptop mit einer extra dafür angeschafften Box verbunden haben,  unterhält Linus die Kinder mit seinem „abziehbarer Finger“-Trick, den er lustigerweise selbst bei unser letzten Reise im Beiruter Zollamt gelernt hat, als wir 10 Stunden auf unsere beschlagnahmten 27 Koffer gewartet haben und ein Zollbeamter Mitleid mit uns hatte.

Mit großen Augen und Ohren sahen sich unsere Zeltschule-Kinder dann das Konzert heute an und waren begeistert. Man möchte glauben, es gäbe eine große Distanz zwischen Kindern, die einen Großteil ihrer Zeit ihrer Kunst widmen und Kindern, die einfach nur mit Überleben beschäftigt sind, aber heute war von Distanz nichts zu spüren. Unsere Zeltschule-Kinder waren beeindruckt, dankbar und geehrt, dass eine so „vornehme Veranstaltung“ (O-Ton) für sie stattgefunden hat, „sogar in einer Kirche!“ (O-Ton), und fühlten sich den jungen Künstlern sehr verbunden. Noch einmal vielen Dank an die Young Musicians Live und Familie Haberstock im Besonderen für diese großartige Aktion!

4. März 2019 Jacqueline

Sonnenblumenschule, Tag 1


Sonnenblumenschule

Gestern sind meine Kinder und ich wieder im Libanon angekommen für den Bau der elften Zeltschule: der Sonnenblumenschule.

Die Sonnenblumenschule ist eine ganz besondere. Ja, ich weiß, das sage ich von jeder unserer Zeltschulen (und es stimmt auch immer), aber die Sonnenblumenschule ist noch ein bisschen besonderer:

Erstens wird sie gebaut im liebevollen Andenken an eine ganz besondere kleine Zeltschule-Unterstützerin, Fritzi, der die Kinder in unseren Camps sehr am Herzen lagen, und die leider nach einem schrecklichen Unfall im letzten Sommer viel zu früh in den Himmel vorausgegangen ist. Fritzis Familie und Freunde sponsorn die Sonnenblumenschule in ihrem Gedenken und auch die Campkinder kennen mittlerweile alle Fritzis Namen und ihre Geschichte, stellen mir viele Fragen zu ihr und fühlen sich mit ihrer Familie sehr verbunden. Verlust ist etwas sehr Greifbares in den Camps. Been there. Done that. Verlust ist eine Sprache, die hier alle sprechen; er ist überall, in jedem Zelt sitzt er mit uns auf dem Boden und trinkt Tee, omnipräsent, laut, unleugbar. Dass aber aus Verlust etwas so großartiges, hoffnungsvolles, positives, lebendiges erwachsen kann wie eine Schule, spendet uns allen Trost. Vielen Dank dafür an Fritzis Familie!

Der zweite Grund, warum die Sonnenblumenschule so besonders ist, ist der, dass Sturm Norma uns allen noch in den Knochen steckt. Ende Januar standen unsere Camps noch knietief unter Wasser. Wieder haben die Menschen hier verloren, zwar diesmal „nur“ Dinge, aber dafür die wenigen, die sie nur hatten. Noch immer sind wir dabei, Wasserschäden zu reparieren, Lebensmittel, Kleidung, Matratzen… die dem Wasser zum Opfer gefallen sind, zu ersetzen. Vermutlich wäre es klug, mit dem Bau der Schule bis Sommer zu warten, aber die Kinder im Sonnenblumencamp sind nun im achten Kriegsjahr ohne Schule, jeder weitere Tag scheint mir unzumutbar. Am 15.03. jährt sich der Ausbruch des Krieges zum achten mal. Da ab diesem Wochenende erneute Regenfälle angesagt waren (und diese Vorhersage auch eingetreten ist, wir sind im strömenden Regen gelandet), haben wir letzte Woche schon mit dem Fundament und dem Gerüst begonnen und über diese Entscheidung bin ich heute sehr glücklich. Das Fundament ist ausgehärtet, alles Weitere können wir auch im Regen fertigstellen. Und am Mittwoch soll die Sonne wieder scheinen und wir hoffen auf eine trockene Eröffnungsfeier mit Sonnenschein, wie es sich für die SONNENblumenschule gehört. Fritzi wird uns dabei bestimmt helfen.

3. März 2019 Jacqueline

Giraffenschule


Die Giraffen sind und bleiben für immer unsere „Erstgeborenen“ und daher natürlich etwas ganz Besonderes. Der erste Schulbau war für alle Beteiligten ein großes Abenteuer und war umso spannender, weil wir während der ganzen Woche im Libanon von der BR-Journalistin Rebekka Preuß begleitet wurden, die unser Vorhaben filmte (und weswegen wir umso erleichterter waren, dass alles geklappt hat). Das Giraffen-Camp (und besonders das Zelt von Lehrer Yehya, seiner Frau und seinen Kindern) sind nach wie vor bei jedem Libanon-Besuch unsere „Home Base“, hier essen wir gemeinsam und kennen die Namen jedes einzelnen Giraffen-Kindes. Meine Kinder waren schon beim Spielen in jedem Zelt, haben mit Yehyas Frau draußen auf dem offenen Feuer gekocht. „Mein Zelt ist euer Zelt“, sagt Yehya immer und ebenso willkommen fühlen wir uns auch immer im ganzen Camp.

Bemalt wurde unsere erste Zeltschule, gewissermaßen live und in Echtzeit während der Bauphase von Diala, doch weil der Regen nicht gut zu den Stoffbahnen ist sind wir seither dazu übergegangen, Dialas schöne Wände innen in den Schulen anzubringen. Yehya hat mittlerweile eine zentrale Rolle für unser ganzes Projekt übernommen, leitet den Bau der Schulen in allen Camps und ist der erste Ansprechpartner für alle Lehrer bei Fragen oder Problemen.

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Zebraschule


Die Zebraschule haben wir nicht gebaut, sondern von unserer Partnerorganisation ALPHABET im Libanon „adoptiert“, weil diese sich deren Unterhalt nicht mehr leisten konnte und die Schule hätte schließen müssen. Sie ist unsere einzige Schule mit 3 kleinen Klassenzimmern und seit wenigen Wochen ist das Zebracamp auch das erste Camp, das im Besitz einer „Bäckerei“ ist, in der Fladenbrot und Manoushi hergestellt und an die Kinder und ihre Familien verteilt wird. Eine einjährige Patenschaft für die Schule wurde von Frau Dr. Stahlbusch aus Prien übernommen.

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Pinguinschule


Die Pinguinschule war sozusagen „ungeplant“. Durch eine überraschende Spende, als wir bereits für den Bau einer anderen Schule im Libanon waren, konnten wir zeitgleich noch die Pinguinschule bauen und eröffnen, was uns sehr gefreut hat, denn das Camp hat lange darauf gewartet und brauchte dringend eine Schule. Im Dezember 2017 hat die Findelkind Stiftung, eingerichtet von Professor Schmucker und unter der Geschäftsführung von Max Straßer, die Patenschaft für die Pinguine übernommen. Die Findelkind Sozialstiftung unterstützt uns schon seit Beginn unseres Projektes, noch vor dem Bau der ersten Schule, als verlässlicher Partner und nicht nur die Pinguinkinder sind dafür unendlich dankbar.

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Tigerschule


Die Tigerschule ist die einzige, die einen Kurierservice besitzt. Ali ist nämlich Schüler der Tigerschule, er ist 11 Jahre alt und er besitzt ein Fahrrad. Er hat es am Straßenrad gefunden, kaputt, schmutzig, mit verbogenem Vorderreifen. Mit seinem Vater hat er es über Monate repariert, die Ersatzteile haben sie ebenfalls aus dem Müll gesammelt und nun hütet Ali sein Fahrrad wie einen Schatz. Ein Stück Normalität in einer Kindheit, die alles andere als normal ist. Wenn etwas zur benachbarten Pinguinschule gebracht werden muss, schickt man den Fahrradkurier!

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Fuchsschule


Die Fuchsschule war eine einstige ALPHABETSchule, die leider von Unbekannten zerstört wurde, die Zeltwände wurden aufgeschlitzt, die Schulmaterialien und Möbel gestohlen. Durch die großzügige Spende der Familie Fuchs aus Germering konnten wir die Schule reparieren und zu unserer Fuchsschule machen. Ganz besonders haben wir uns auch gefreut, als sich herausstellte, dass die Enkelin unserer Spenderin, Paulina Fuchs, die Grundschule Herrnstraße in München besucht, eine unserer neuen Partnerschulen, die das Projekt unterstützen. Da mittlerweile fast doppelt so viele Flüchtlinge im Camp leben wie beim Bau der Schule und ein Anbau nicht möglich ist, weil sie rundum von Wohnzelten umgeben ist, denken wir darüber nach, die Fuchskinder in die unmittelbar benachbarte Löwenschule einzugliedern und im Gegenzug die Fuchsschule zu einer Frauenschule umzufunktionieren.

Derzeit haben bereits 150 Frauen mehrmals wöchentlich Unterricht in der Löwenschule (immer spät abends, wenn die Räume nicht mehr von den Kindern beansprucht werden). In der Fuchsschule sollen zukünftig mehr Frauen auch tagsüber Lesen und Schreiben lernen können, so dass unsere Kinder starke, gebildete, selbstsichere Mütter haben, die ihnen ihrerseits auch wieder Stärke vermitteln können.

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Phoenixschule


Die Phoenixschule war unsere erste Schule mit einer festen Patenschaft: die Phoenix Foundation hat bereits im Sommer 2017 eine mehrjährige Patenschaft für die Schule übernommen und den Kindern damit dazu verholfen, ohne Angst, die lang erwartete Schule bald wieder verlieren zu können, zu lernen. Das Camp war besonders arm, viele der Kinder, mit denen wir sprachen, waren unterernährt und hatten (ganz wörtlich) wirklich nur, was sie am Leib trugen. Daher haben wir in der Phoenix-Schule erstmals einen Arzt aus Beirut für einen ganzen Tag ins Camp geholt, der die Kinder untersuchte. Ebenfalls nur in der Phoenix-Schule gab es für die ersten Schulmonate ein „School Lunch“, also ein Extra-Mittagessen, um dafür zu sorgen, dass wir die Unter- und Mangelernährung der Kinder schnell in den Griff bekommen.

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Löwenschule


Die Löwenschule ist eine von insgesamt 4 Schulen, die in einem gespendeten Profi-Zelt der Firma TOOLPORT untergebracht ist, die uns nicht nur die Zelte zur Verfügung gestellt hat, sondern auch die Transportkosten in den Libanon übernahm. Für die Löwenschule hat TOOLPORT außerdem die Patenschaft übernommen. Die Löwen, Krokodile und Füchse sind unmittelbare Nachbarn in Camps, die vor 2 Jahren noch voneinander getrennt waren. Durch die steigende Flüchtlingszahl sind die einzelnen Camps aber so aus den Nähten geplatzt, dass es mittlerweile praktisch keine Abgrenzungen mehr zwischen diesen Camps gibt, sondern sie zu einer Riesen-Zeltstadt verschmolzen sind.

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Elefantenschule


Die Elefantenschule wurde im Februar 2018 eröffnet und wird finanziert von einer Münchner Spenderin und ihren Freunden. Sie ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes, denn bei den Elefanten haben wir bereits von Anfang an den Fokus auch stark auf Weiterbildungsmöglichkeiten und Empowerment für Frauen gelegt. Ein Teil des Schulzeltes wurde bereits beim Bau abgegrenzt, so dass neben dem großen Klassenzimmer für die drei Gruppen, in die wir die 110 Kinder eingeteilt haben, ein kleiner Raum entstanden ist, den wir mit mehreren Nähmaschinen ausgestattet haben. Die Frauen besuchen hier Handarbeitsworkshops und lernen, selbst Kleidung für ihre Familien herzustellen.

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Krokodilschule


Die Krokodilschule haben wir im Mai 2018 eröffnet und mit über 400 Schülern ist sie unsere größte bis jetzt. Die Krokodile sind die einzigen Kinder, die in 4 Schichten (anstatt in 3, wie in den den anderen Zeltschulen) unterrichtet werden, nur so können wir sicherstellen, dass in den 2 Klassenzimmern auch wirklich jedes Kind täglich Unterricht hat und die 8 Klassen nicht mehr als 50 Kinder haben. Die ersten beiden Gruppen beginnen bereits morgens um 6 Uhr mit dem Unterricht, die letzten beiden (mit den ältesten Schülern) beginnen um 20 Uhr! Die Kinder sind so begeistert, endlich wieder zur Schule gehen zu können, dass es nicht selten passiert, dass Kinder der ersten Gruppe nach der Mittagspause versuchen, sich auch zur zweiten Schicht noch einmal ins Schulzelt schleichen zu können.

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Igelschule


Mit großen Augen haben die Kinder zugehört, als ich ihnen erzählte, was genau das „Allgäu“ ist: grüne Wiesen, Berge, Kühe... Viele Gemeinsamkeiten gibt es auf den ersten Blick nicht mit der Bekaa-Ebene, aber eben deswegen möchte die Allgäuer Gemeinde Gestratz welche schaffen: mit einer vom Bundesministerium für Entwicklungshilfe und Zusammenarbeit geförderten Kommunalpartnerschaft mit der Gemeinde Bar Elias (in der die meisten unserer Zeltschulen stehen), die den Bau einer neuen Schule mit einschließt, deren Patenschaft die Allgäuer Kommune dann langfristig übernimmt. Ein Austausch soll auf so vielen Ebenen wie möglich stattfinden: Bürgermeister Johannes Buhmann war bei der Eröffnung im Libanon dabei, in den Herbstferien werden Lehrer der Laubenbergschule uns in den Libanon begleiten und selbstverständlich soll auch für die Kinder ein direkter Austausch möglich gemacht werden.

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